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In den letzten Wochen und Monaten gab es immer wieder Nachrichten über den schlechten Umgang mit Straßenhunden in ost- und südeuropäischen Ländern. Vor allem die Berichte über die Tötung tausender Hunde in der Ukraine zur Vorbereitung auf die EM haben viele Menschen aufgeschreckt.


Aus Rumänien konnte die Tierschutzorganisation "Wings of Care" (WIOCA) jetzt allerdings gute Nachrichten bringen. In der Stadt Reşiţa hat es WIOCA geschafft, den amtierenden Bürgermeister zu überzeugen, die Kontrolle über die städtische "Tötungsstation" an die Tierschutzorganisation zu übergeben.

Die Station mit dem Namen "Minda" beherbergt eine vielzahl von Hunden die dort auf engstem Raum eingepfercht sind. Einrichtungen wie diese existieren überall in Rumänien. Hin und wieder werden besagte Stationen dann "gesäubert", um Platz für neue Hund zu schaffen.

Zusammen mit der rumänischen Partnerorganisation „Dogs Center Reşiţa“ hat WIOCA den Bürgermeister Mihai Stepanescu überredet, die Station in ihrem jetzige Zustand zu besichtigen. Daraufhin hat dieser die Stadträte überzeugte, die Kontrolle an WIOCA zu übergeben.

WIOCA hofft, dass die Auswirkungen dieser Entscheidung nicht an der Stadtgrenze enden. Die sozialen Probleme in Rumänien seien so groß, dass hier der Tierschutz meist an letzter Stelle stehe und das Verhältnis zu Tieren sei generell ein anderes, als wir es in Mitteleuropa gewohnt sind. Man hofft, dass das Umdenken in Reşiţa mit etwas Glück auch auf andere rumänische Städte übergreift.

Die nächste Herausforderung für WIOCA wird jetzt sein, die Umstrukturierung der Station zu einem richtigen Tierheim zu finanzieren. Allein die laufenden Kosten werden nach ersten Schätzungen 3.500 Franken (ca. 2.800 Euro) im Monat betragen, was Impfungen, Kastrationen, Futter und Tierarztrechnungen beinhaltet.

Erst wenn die besagten Kosten für ein ganzes Jahr gedeckt werden können, wird die Umwandlung der Station beginnen. Bis dahin behält die Stadt Reşiţa die Kontrolle.

quelle: tierschutznews.ch


13:37- 9 Februar 2012 - Dein Tierwelt-Team


Als erstes Land der EU verbietet Griechenland grundsätzlich den Einsatz aller Tiere im Zirkus zu Unterhaltungszwecken. Informationen der Tierschutzorganisation "Animal Defenders International" vom 03. Februar zufolge, wurde die Regelung in einem neuen, griechischen Tierschutzgesetz verankert.
Damit gerät die zuständige deutsche Bundesministerin, Ilse Aigner, unter druck: im November 2011 hatte der Bundesrat bereits zum zweiten mal ein Verbot bestimmter Wildtierarten im Zirkus gefordert. Ilse Aigner hat diese Forderungen bisher nicht umgesetzt.
„Immer mehr Länder entscheiden sich für Verbote, weil Wildtiere in fahrenden Zirkussen grundsätzlich nicht artgemäß gehalten werden können. Ministerin Aigner muss das drängende Votum des Bundesrates für ein Wildtierverbot rasch umsetzen, sonst fällt Deutschland in Sachen Tierschutz noch weiter zurück“, erklärt Wildtierexperte Thomas Pietsch von VIER PFOTEN.
Bereits 13 Staaten haben in Europa das Mitführen von Wildtieren verboten oder stark eingeschränkt, denn diese Tiere leiden besonders stark unter Bewegungsmangel und langen Transportzeiten.



15:46- 6 Februar 2012 - Dein Tierwelt-Team


Ein wichtiges Thema, das derzeit viele Tierfreunde beschäftigt: der Zoofachmarkt "Zoo Zajac" beginnt in diesen Tagen mit dem Verkauf von Welpen. Das heißt, das Geschäft wird in der sogenannten "Hundehalle" - einem speziell dafür errichtetem Raum - ganze Würfe in den Duisburger Verkaufsräumen anbieten.
 
Die Tierschutzorganisationen sind auf die Barrikaden gegangen und auch viele Züchter sorgen sich um den Umgang mit den Tieren und ihr Geschäft. "Zoo Zajac" will nach eigenen Angaben bis zu 1000 Welpen im Jahr verkaufen. Gleichzeitig versichert das Unternehmen aber, die Tiere nur entsprechend der Nachfrage verkaufen zu wollen.

Auf der Website des Unternehmens wurde eine Liste veröffentlicht, in der auf mögliche Fragen an den künftigen Welpenverkäufer geantwortet wird: wie wird mit den Welpen umgegangen? Woher werden diese beschafft und wie werden sie gehalten?

Viele Fragen bleiben hierbei offen oder werden nur unzureichend geklärt. Zum Beispiel sollen die Hunde durch Pflegerinnen betreut werden, die "...insbesondere die Reinigung und Fütterung der Tiere übernehmen". Hier muss man sich fragen, ob die Hunde auch genug Betreuung neben der Befriedigung dieser Grundlegenden Bedürfnisse bekommen werden, denn nach Aussage der Betreiber werden bei entsprechender Nachfrage bis zu neun Würfe gleichzeitig angeboten.

Zu den beschriebenen Bedenken kommen grundlegendere Probleme, die überhaupt nicht angesprochen werden. Zum Beispiel, ob die Schwelle zum Kauf eines Tieres nicht allgemein stark herabgesetzt wird, wenn dieses in einem Laden angeboten wird und ob so nicht die Wahrscheinlichkeit steigt, dass Hunde als Gelegenheitskauf wahrgenommen werden.

Zweifellos haben viele von euch eine Meinung zu diesem Thema und vielleicht wollen einige von euch sie auch los werden, wir würden uns über eure Meinung und eine rege Diskussion freuen!

Im Forum gibt es bereits einen Thread in dem das Thema besprochen wird:
http://forum.deine-tierwelt.de/threads/48220-Bald-Welpen-aus-der-Zoohandlung

Link zu der FAQ Liste des Hundeverkaufs: http://www.zajac.de/hundeverkauf/


12:03-24 Januar 2012 - Dein Tierwelt-Team


Der Hype damals um die Geburt von Eisbär Knut im Wuppertaler Zoo war unglaublich: die Medien haben Superstars und Katastrophen für das Bärchen links liegen lassen. Über Wochen konnte man keinen Schritt vor die Tür gehen, ohne irgendwo das Gesicht von Knut zu sehen. Was dabei leider fehlte, was trotz dem Medialen Fokus auf einen Eisbären im Zoo nicht zur genüge aufgegriffen wurde, war die Tatsache, dass das Leben von Eisbären in Zoos für diese kaum erträglich ist.
 
Eisbären wandern in freier Wildbahn bis zu 100 Kilometer jeden Tag. Sie sind in ständiger Bewegung. Kein Zoo der Welt könnte ihnen auch nur annähernd diese Bewegungsfreiheit geben. Selbst Frankfurter Zoodirektor Manfred Niekisch hatte 2008 erklärt, dass Eisbären für die Haltung im Zoo ungeeignet seien.
 
Studien von 2008/2010 zufolge sind 90 Prozent aller über längere Zeit im Zoo gehaltenen Eisbären verhaltensgestört - Videos von diesen Störungen gibt es zur genüge. So kann man vor allem auf Websites von Tierschutzverbänden Filme sehen, in denen die Eisbären in ihren gehegen über 30 Minuten lang die selben zehn Meter immer wieder hin und her, im immer gleichen Bewegungsablauf abgehen.

Statt dass die Berühmtheit von Knut damals die Aufmerksamkeit für diese Probleme geweckt hätte, hat sie nur die Aufmerksamkeit anderer Zoos geweckt, die auf ähnliche Weise Geld verdienen wollen.
Jetzt - am 17.Januar - wurde im Wuppertaler Zoo Anori geboren, der Stiefbruder vom verstorbenen Knut: Vielleicht eine neue Chance, etwas an dieser Front zu bewegen. Man kann nur hoffen, dass die Tatsache, dass hier ein weiteres Tier in komplett unnatürlichen Bedingungen aufwächst nicht wieder vom Medienrummel und Anori Kuscheltieren überschattet wird.


11:07-19 Januar 2012 - Dein Tierwelt-Team


Als ich letztens darüber nachdachte, was ich denn mal als interessanten Artikel in diesen Blog hier schreiben könnte, überfiel mich wie aus dem nichts die Jahre alte Erinnerung an den Hund, mit dem ich meine Kindheit verbracht habe. Nachdem ich eine Zeit lang überlegt hatte, entschied ich mich, dass ganze in einen kleinen Text zu verpacken und zu teilen. Aus heutiger Perspektive erscheint es mir nicht nur wie eine persönliche Erinnerung, sondern auch wie eine Allegorie, die die Besonderheiten des Verhältnisses zwischen Mensch und Haustier beschreibt.

Als Kind gab es für mich kein Gefühl das so sehr nach Leben schrie, wie das, durch die Straßen und Gassen unseres Dorfes zu jagen, zusammen mit Oskar, unserem Labrador Mischling. Wir nannten ihn sein Leben lang einen Labrador Mischling wenn danach gefragt wurde, weil wir den zweiten Teil der Mischung nie herausbekommen haben.
Ich setzte mich auf den Bürgersteig mit diesem Gefühlsgemisch aus Vorfreude und Angst, das man vor wirklich aufregenden Aktivitäten nun mal so hat, und stülpte mir meine Inline-Skater über die Füße. Oskar kannte das Ritual und begann, um mich herum zu laufen und mich dabei in seine Leine einzuwickeln.
Wieder auf den Füßen überprüfte ich immer noch einmal, ob Oskars Halsband auch gut saß und dann ging es los - ich fuhr ein bisschen an. Langsam, ganz langsam - dann begann ich schneller zu werden und Oskar beschleunigte natürlich sofort doppelt so schnell.
Meine Nachbarn haben wahrscheinlich nur einen lachenden Schatten vorbei zischen sehen, als ich an Oskars Leine mit gefühlten 60 km/h durch die Straßen gezogen wurde. Oh ja, ich habe mich verletzt. Häufig. Und ich rede nicht nur von Schürfwunden. Aber bis zu dem Zeitpunkt, wo ich zu alt und schwer wurde um Oskar mich ziehen zu lassen, hätte mich auch kein Schädeltrauma von unseren Geschwindigkeitsräuschen abhalten können.

Das ist die erste Erinnerung die meinen Hund für mich beschreibt. Die zweite ist das genaue Gegenteil. Oskar war eigentlich das faulste Tier auf diesem Planeten. Er haarte oft und viel, und er stank, wenn er aus dem Wasser kam. Er war wie ein wirklich merkwürdiger, ruhiger Kumpel der ständig bei einem rumhängt, ohne je wirklich etwas zu machen. Auch als ich älter wurde und mit Freunden in meinem Zimmer saß, war Oskar da, hörte mit uns zusammen Musik, sah Filme mit uns an und klaute dann und wann ein paar Chips vom Tisch. Und auch wenn ich alleine in meinem Zimmer war, gab es keinen Abend, an dem er mich nicht irgendwann besuchen kam. Wenn er in mein Zimmer wollte, kratzte er nicht an der Tür oder bellte, nein, das wäre zuviel Aufwand für Oskar gewesen. Statt dessen legte er sich einfach hin, presste seine Nase an den Spalt unter der Tür und fing an, durch den Spalt ins Zimmer zu schnaufen, bis ich die Tür öffnete.

Die dritte Erinnerung an Oskar ist gar nicht so alt, was merkwürdig ist, wenn man bedenkt, dass Oskar seit über fünf Jahren nicht mehr unter uns weilt. Ich habe vor einigen Wochen meine Eltern besucht und in meinem alten Zimmer übernachtet. Nachts bin ich aufgestanden, um ein Glas Wasser aus der Küche zu holen. Langsam schlurfe ich zu meiner Zimmertür, öffne sie und ertappe mich dabei, wie ich einen langen, hohen Schritt in den Flur hinein machte, um nicht auf Oskar zu treten. Ich stand wohl eine Minute lang im Flur um damit zurande zu kommen, was das grade für ein trauriger Moment war.
 
Ich werde diesen Hund zu meinen Lebzeiten nicht mehr vergessen.
Nur wieso ist das so? Es liegt ja nicht einfach daran, dass man viel Zeit zusammen verbracht hat. Ich hatte viele Klassenkameraden in der Schule, die ich schnell vergessen habe, obwohl ich sie jahrelang jeden Tag gesehen habe. Und es sind sicher auch nicht die tiefschürfenden Gespräche, die mich so stark an meinen Hund gebunden haben. Aber damit kommt man der Sache schon näher, richtig? Es ist nämlich die Persönlichkeit. Die ganz spezielle Menschlichkeit, die man ausschließlich dem eigenen Haustier zugesteht. Es entwickelt sich über die Jahre zu einer Ausgewachsenen Person, die genauso aus guten und schlechten Eigenschaften besteht, wie ein guter Freund. Daraus sollte sich für den Menschen moralische Fragen über unser Verhalten gegenüber anderen Tieren ergeben, daraus sollten sich auch Fragen ergeben, die unser Verhalten gegenüber anderen Menschen betreffen; man erlebt es zu oft, dass Mitmenschen sich gegenseitig schlechter behandeln, als ihre Haustiere. Wenn wir ein wenig öfter diese Beziehungen zu unseren Haustieren betrachten, wie sehr wir ihre Nähe, ihr Vertrauen in uns genießen, können sich daraus ganz neue Perspektiven auf unsere Tägliche Lebenswelt eröffnen. Vielleicht sollten wir uns einfach häufiger die Frage stellen: Was würde Oskar tun?

S. Gert



12:11-17 Januar 2012 - Dein Tierwelt-Team

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